Tempelhofer Hafen: „Wieneke-Bau“ heißt nun „Hafenschwinge“ - „Eierschale“ eröffnet 2010 am Tempelhofer Hafen

„Hafenschwinge“ - so lautet nun der offizielle Name des Hafen Center Gebäudes mit den markanten Möwenoptik an der Stubenrauchbrücke. An dem Aufruf zur Namensfindung beteiligten sich über hundert Berlinerinnen und Berliner und setzten so die Tradition liebevoll-ironischer Spitznamen auch für das Gebäude des Architekten Marc Wieneke fort. 
Gewinner des Namenswettbewerbs war ein Ingenieur aus Kreuzberg: Sascha Peters. 

 

 

 

Der 36-jährige Namensgeber erhielt als Dankeschön ein vom Architekten Marc Wieneke signiertes Bild der „Hafenschwinge“. „Von den vielen Einsendungen beschreibt ‚Hafenschwinge‘ den Standort sowie die Architektur des Gebäudes mit den riesigen Glasflächen, der freischwebenden Außenterrasse und der Messingfassade am eindrucksvollsten“, erklärt Marc Wieneke.

Die mit 800 Löchern pro Vogelmotiv in die Fassade gestanzten Möwen werden in der Nacht beleuchtet und wirken wie ein inszeniertes Landschaftsbild. Als Effekt lösen sich die Konturen des Gebäudes scheinbar auf und übrig bleibt nur ein leuchtender Vogelschwarm. 

Auf der anschließenden Pressekonferenz begründete Hafen Center Manager Dieter Simon die bisherigen Bauverzögerungen am Tempelhofer Hafen, damit, dass die Fertigstellung des Hauptgebäudes bislang Priorität vor den Außenanlagen gehabt habe. Der Innenausbau des historischen Speicherhauses sei bis zum Jahreswechsel abgeschlossen. In den oberen Etagen des Speicherhauses werde dann auf 3.800 Quadratmetern ein Ärztehaus eröffnet. Das medizinische Fachzentrum ist bereits zu 80 Prozent vermietet. Hinzu kämen noch Büroräume, eine Ballettschule, sowie ein Radiosender.

Mit dem Ausbau der beiden Molen am Eingang des Hafens, leitete Simon auf die Baumaßnahmen rund um das Hafenbecken über. Alle hier noch offenen Bauvorhaben am 30.000 Quadratmeter großen Außenareals würden im Laufe des Jahres 2010 abgeschlossen sein, so der gebürtige Ludwigshafener. 
Dazu zählen im nächsten Frühjahr die Eröffnung des Indoor-Kinderspielplatzes „Bambooland“.

Im gleichen Zeitraum wird im Hafenbecken eine Marina für etwa 30 Schiffe entstehen. 
„Damit werde ich vom Hafen Center Manager zum Hafen Meister“, scherzte Simon. Das einzige Einkaufscenter Berlins am Hafen wird dann auch zur einzigen Marina mit zentraler Einkaufmöglichkeit und direkter Verbindung zu Berlins Mitte. Eine Infrastruktur, die selbst die Hamburger Hafen City nicht zu bieten hat. 
Insgesamt entstehen im Tempelhofer Hafen drei Anlegestellen für verschieden Nutzer. 
Darunter befindet sich auch das Berliner Wasser- und Schifffahrtsamt. Die anderen beiden Anleger sind für Versorgungsschiffe und Gastleger vorgesehen. In Verbindung mit der „Gelben Welle“ können Gastschiffe zukünftig tagsüber kostenlos im Hafen liegen. 
„Höhepunkt wird ein Wikingerschiff sein, das dauerhaft im Hafen liegt und von dort aus Touren durch Berlin macht. Zudem erwarten wir einen Eisbrecher und sind auf der Suche nach einem gelben U-Boot, das im Hafen auf Tauchstation geht. Zwei begehbare Stege und ein Ponton, der als Bühne genutzt wird, werden das maritime Flair abrunden,“ erläuterte Dieter Simon. 

Auf Nachfrage gab der Hafen Center Manager bekannt, daß 2010 die „Eierschale“ ihre Pforten im Tempelhofer Hafen öffnen wird. Die Dahlemer Live-Musik Institution wird auf beiden Seiten der Hafenmolen ihre Dependance errichten. Abschließend kündigte Dieter Simon für 2010 einen weiteren Namenswettbewerb für die „Hafenstraße“ am Uferkai vor dem Speicherhaus an.

Tipps kann man sich von Namenfinder Sascha Peters holen:„Die Idee entstand während eines Besuchs des neu entstandenen Tempelhofer Hafens. Das Eingangsgebäude faszinierte mich an dem ganzen Komplex am meisten. Vor allem wegen der in die Fassade eingelassenen Vögel und der geschwungenen Form der Gebäudekonstruktion“, erläuterte Sascha Peters. „Als ich den Aufruf zur Namensfindung sah, kam mir die Idee zu dem Namen“.

 

Holger Wettingfeld